
Wichtige Arzneipflanzen für den sensiblen Magen
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Kalmus
Als eine der ältesten Arzneipflanzen der Welt war Kalmus bereits im alten Indien, in China, Ägypten und im antiken östlichen Mittelmeerraum bekannt und ist u.a. auch im Buch Moses der Bibel erwähnt. Erst 1567 gelangte Kalmus aus Konstantinopel nach Wien, danach folgte seine gesamte Verbreitung über Europa. |
Der Kalmus ist eine Wasserpflanze, die eine gewisse Ähnlichkeit mit der Schwertlilie hat. Er stammt vermutlich aus Indien. Heute findet man ihn aber fast weltweit an feuchten Standorten wie Fluss- und Seeufern oder in Sümpfen. In Tibet wird der Kalmus zur Steigerung der meditativen Konzentration verbrannt. Bei den Indianerstämmen Amerikas wurde die Wurzel für unterschiedlichste Zwecke eingesetzt.
So diente die Wurzel z. B. den Irokesen zum Aufspüren von Hexen und bösem Zauber, die Cheyenne räucherten Kalmus bei ihren Schwitzhüttenzeremonien. Die Cree benutzten Kalmuswurzel als mildes Halluzinogen, dazu kauten sie ein fingerlanges Wurzelstück aus. Kalmus gehört zu den wichtigsten Heilpflanzen der ayurvedischen Medizin und wird inzwischen auch regelmäßig in Europa und den USA angewendet.
Seine Inhaltsstoffe (ätherische Öle, Saponine, Bitter- und Schleimstoffe) gelten als ausgezeichnete Mittel bei Verdauungsbeschwerden, sie regen den Appetit an, vertreiben Blähungen und lindern Magenverstimmungen. |
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Engelwurz
Eine bis zu zwei Meter hohe zweijährige Pflanze mit gefurchten, aufrechten, hohlen Stängeln, großen hellgrünen Blättern und in Dolden angeordneten grünlich-weißen Blüten. Beheimatet ist die Pflanze in den gemäßigten Regionen Westeuropas bis zum Himalaja und Sibirien. |
Sie bevorzugt feuchte Standorte. Blätter und Stängel werden jeweils im Frühsommer geerntet, die Samen nach der Reife im Sommer, die Wurzeln im Spätherbst des Jahres.
Die Wurzel enthält ein ätherisches Öl namens b-Phellandren, Lactone und Cumarine. Der lateinische Name der Familie, Umbelliferae, beschreibt die kennzeichnende Blütenform. Umbella (der Schirm) steht für die schirmartige Blüte, die typisch für alle Doldengewächse ist. Diese große Familie umfasst ca. 2.600 Arten, von denen in Mitteleuropa 110 heimisch sind. Viele der Mitglieder sind bekannte Arzneipflanzen. Die Engelwurz gilt schon lange als hochgeschätzte Heilpflanze.
Im Mittelalter galt die Pflanze gar als Allheilmittel. In dem Buch „The British Flora Medica“ von 1877 steht, dass die Lappen diese Pflanze als eine der wichtigsten Schöpfungen der Erde sehen. Die Angelikawurzel gehört zu den bekanntesten Pflanzen aus dem Heilschatz unserer nordischen Nachbarn. Schon die alten Kräuterheilkundigen waren voll des Lobes: „Als ob der Heilige Geist selber oder die lieben Engel sich in diesem Gewächs offenbaret hätten.“ Der mannshohe Pflanzenriese strotzt nur so vor Kraft. Schon sehr früh war sie in Island, Norwegen und Grönland als Kulturpflanze gezogen worden, es gab sogar richtige Angelikagärten. In Island schützte die wertvolle Pflanze sogar ein Gesetz. Sie durfte auf fremdem Grund und Boden nicht ausgegraben werden. Als die Pest über das Land zog, nahmen die Ärzte Angelika mit zu ihren Patienten, um sie zu heilen, aber auch um sich vor Ansteckung zu schützen. Paracelsus selbst erzählt, dass er, als die Pest ausgebrochen war, die Erzengelwurz mit Erfolg dagegen einsetzte. Heute wird Engelwurz erfolgreich bei Magen- und Darmschwäche, Blähungen, Kolikanfällen, Sodbrennen und Erkrankungen der Atemwege angewandt.
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Enzianwurzel
Der Enzian ist eine bis zu 1,2 Meter hohe Pflanze mit sternförmigen gelben Blüten und ovalen Blättern. Er ist in den Alpen und anderen Gebirgsregionen Mittel- und Südeuropas beheimatet und kommt in einer Höhe von 700 bis 2.400 Metern vor. |
Die Vermehrung kann durch Teilung des kräftigen Wurzelstocks oder durch Aussaat erfolgen. Zu den hauptsächlichen Inhaltsstoffen zählen Bitterstoffe wie Amarogentin und Gentiopikrin sowie Gentianose, Inulin, Pektin und Phenolcarbonsäuren. Der wissenschaftliche Name geht auf den illyrischen König Gentius zurück, der die Qualitäten der Pflanze angeblich schon im 2. Jahrhundert vor Christus entdeckte. Die bitteren Substanzen des Enzians stimulieren nachweislich die Bitterrezeptoren auf der Zunge, so dass es zu einer erhöhten Speichel- und Magensaftsekretion kommt und dadurch zu einer Anregung des Appetits und der Verdauungstätigkeit.
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Melisse
Die Melisse ist eine bis zu 1, 5 Meter hohe Pflanze mit winzigen weißen und deutlich geaderten und grob gekerbten Blättern. Ursprünglich in Südeuropa, Westasien und Nordafrika heimisch, kommt die Melisse heute überall auf der Erde vor. |
Zu den wichtigsten Inhaltsstoffen zählt ätherisches Öl mit den Hauptbestandteilen Citronellal, Citrale, Caryophyllen und Linalool sowie Flavonoide, Triterpene, Polyphenole und Gerbstoffe. Untersuchungen in Deutschland haben gezeigt, dass das ätherische Öl das Zentralnervensystem beruhigt. Außerdem ist es stark krampflösend.
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Wermutkraut
Wermut ist eine bis zu einem Meter hohe Pflanze mit grünen Stängeln und fiederteiligen, beidseitig behaarten Blättern. Er ist in Europa heimisch, wo er an Wegrändern und Ruderalflächen wächst. |
Seine Inhaltsstoffe (ätherisches Öl mit Sesquiterpenlactonen), Flavonodie, Phenolcarbonsäuren und Lignane, machen aus Wermut eine extrem bittere Pflanze. Untersuchungen bestätigen, dass verschiedene Bestandteile der Pflanze zu ihrer therapeutischen Wirkung beitragen. Viele sind so bitter, dass sie die Bitterrezeptoren der Geschmacksknospen auf der Zunge aktivieren, wodurch die Magen- und Verdauungssäfte angeregt werden.
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