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Aufruhr im Bauch:

Wenn Magen und Darm sensibel reagieren


Schmerzen und Krämpfe im Oberbauch, Magendrücken und Völlegefühl, Durchfall und Verstopfung. Die Symptome sind vielfältig, wenn der Magen rebelliert und der Darm gereizt ist. 75 Prozent der Magen-Darm-Probleme, die rund 20 Millionen Bundesbürgern regelmäßig zu schaffen machen, sind durch das so genannte Reizmagen-Syndrom bedingt.

Das Erstaunliche dabei: Die meisten Patienten mit Bauchbeschwerden sind organisch gesund. Der Arzt findet keinen sichtbaren Schaden. Trotzdem reagieren Magen und Darm extrem sensibel. Meist handelt es sich um Beschwerden – das belegen jüngste wissenschaftliche Untersuchungen – die auf eine Transportstörung im Magen zurückzuführen sind. Mit anderen Worten: Die aufgenommene Nahrung wird entweder zu schnell oder zu langsam in den Dünndarm weitertransportiert. Als Folge steht die Magenmuskulatur unter Dauerspannung und kann ihre Funktion nicht mehr richtig ausführen.

Trotz intensiver Forschung ist bisher noch nicht endgültig geklärt, was sich bei dieser Krankheit eigentlich abspielt und wie sie entsteht. Eine entscheidende Rolle scheinen dabei Hektik und Stress zu spielen. Wenn sich im Büro die Aktenberge türmen, das Telefon ständig klingelt und der Terminkalender kaum noch Zeit zum Erholen lässt, ist das nicht nur ein Martyrium für das Gehirn und die Psyche, sondern auch für die Verdauungsorgane. Wissenschaftler wissen mittlerweile auch, warum das so ist: Magen und Darm stehen über nicht willentlich zu beeinflussende Nervenbahnen mit dem Gehirn in Verbindung und sprechen bereits vom Bauchhirn (Fachausdruck: enterisches Nervensystem).

Das gesamte Verdauungssystem – Speiseröhre, Magen und Darm – ist umhüllt von mehr als 100 Millionen Nervenzellen und damit mehr Neuronen als im gesamten Rückenmark zu finden sind. Dieses zweite Gehirn, so haben Neurowissenschaftler herausgefunden, ist quasi ein Abbild des Kopfhirns. Zelltypen, Wirkstoffe und Rezeptoren sind exakt gleich. Und das Nervensystem steuert die Magenbewegungen und die Sekretion der Magensäure.

Stress und Hektik beeinflussen die Verdauung


Neueste Forschungen zeigen, dass psychische Prozesse und das Verdauungssystem weitaus inniger gekoppelt sind, als man bisher gedacht hat. Das gilt besonders für Menschen mit einer sensiblen Verdauung. Zwischen dem Großhirn, zuständig für Gedanken und Gefühle und dem Magen-Darm-Nervensystem bestehen zahlreiche Verbindungen, die Wechselwirkungen hervorrufen können. Stress und zwischenmenschlicher Ärger in Familie oder Beruf, Trauer oder Verlustängste führen zu Konfliktspannungen, die sich auf den Magen auswirken können.

Und so wundert es kaum noch, dass besonders der gestresste Jungmanager oder die Sekretärin mit der täglichen Dauerbelastung von Beruf und Kind oder der vor einer wichtigen Prüfung stehende Schüler oder Student regelmäßig unter dem Aufruhr im Bauch leiden müssen. Denn trotz vieler Errungenschaften reagiert der moderne Mensch auf Belastungssituationen immer noch wie seine urzeitlichen Vorfahren. Blitzschnell mobilisiert der Organismus alle verfügbaren Kraftreserven für eine Notfallreaktion. Egal ob diese Reaktion vor Jahrtausenden durch ein wildes Tier oder heute durch die negative Kritik eines Vorgesetzten ausgelöst wird. Die von außen oder innen (z.B. negative Gedanken) kommende Bedrohung führt zu einer ungeheuer schnellen Abfolge von Nervenübertragungen und Hormonfreisetzungen. Magen und Darm verlieren im wahrsten Sinne des Wortes die Nerven. Das führt zu einer schlagartigen Veränderung der Verdauungstätigkeit. Die schaltet nämlich auf Sparflamme, weil das Blut aus dem Magen-Darm-Trakt gezogen und den Muskeln zur Verfügung gestellt wird.

Der Magen ist Spiegel der Seele


Ärger und Stress schlagen also wirklich auf den Magen. Schießt uns bei einem Streit das Blut ins Gesicht, errötet auch unsere Magenschleimhaut. Werden wir blass vor Schreck, weicht auch das Blut aus unserem Magen. Regen wir uns über den Partner, den Chef oder ein spannendes Fußballspiel auf, zuckt unser Magen oft in heftigen Krämpfen. Und sind wir traurig, weil eine Liebe zerbrochen ist, hört auch der Magen auf, Verdauungssäfte zu produzieren. Der Magen streikt. Besonders häufig betroffen sind auch Frauen vor den Tagen und ein Großteil der rund acht Millionen Diabetiker in Deutschland.

Eine andere wichtige Rolle spielen die Ernährungsgewohnheiten sowie individuelle Unverträglichkeiten gegen einzelne Nahrungsmittel. Wer zu viel, zu schnell, zu fett oder zu scharf isst, häufig einen über den Durst trinkt, starken Kaffee oder Tee konsumiert, riskiert ebenfalls die unangenehmen Magen-Darm-Beschwerden.
Ein Blick in das Innere des Körpers zeigt warum: Die Wand des Magens, außen hart und innen weich, besteht überwiegend aus kräftigen Muskelschichten. Sie durchmischen die Nahrung und transportieren sie vom Mageneingang bis zum Magenpförtner. Innen liegt die Magenschleimhaut mit ihren unzähligen Drüsen. Hier wird nicht nur Salzsäure zur Zersetzung der Nahrung hergestellt, sondern es wird außerdem ein zäher Schleim gebildet, der die Magenschleimhaut vor der Selbstverdauung schützt. Die Nahrung wird dann in den 12-Finger-Darm weitertransportiert und die Enzyme der Bauchspeicheldrüse sowie die Galle sorgen für die Aufspaltung von Eiweißen, Kohlehydraten und Fetten. Im Laufe eines 75-jährigen Lebens müssen die Verdauungsorgane mehr als 30 Tonnen Nahrung und 50 000 Liter Flüssigkeit verarbeiten. Da kann es dann schnell mal vorkommen, dass unzureichendes Kauen von Speisen zu einer Überlastungssituation führt. Die Verdauungssäfte haben größte Probleme damit, die schlecht gekauten und viel zu großen Essensbrocken aufzulösen. Als Folge verzögert sich der Weitertransport. Das Gleiche gilt für zu fettige und scharfe Speisen, Alkohol und Koffein.

Die durch Stress oder falsche Ernährungsgewohnheiten ausgelösten Beschwerden eines sensiblen Verdauungsapparates sind individuell unterschiedlich. Typische Schilderungen von Betroffenen reichen von Druck und brennenden Schmerzen im Oberbauch, über Aufstoßen, Übelkeit, Sodbrennen, Völlegefühl bis hin zum Erbrechen. Auch die Intensität der Beschwerden ist individuell unterschiedlich. Was bei den meisten jedoch gleich ist: Die Missempfindungen treten während oder kurz nach dem Essen auf. Viele Reizmagen-Patienten klagen auch über Konzentrationsschwäche, Kopfschmerzen, Depressionen oder Nervosität. Weitere Hinweise für den engen Zusammenhang zum seelischen Befinden.

Diagnostiziert wird die Krankheit über eine so genannte Ausschluss-Diagnose. Mit anderen Worten: Sie darf erst dann gestellt werden, wenn alle organischen Erkrankungen, die ein ähnliches Beschwerdebild hervorrufen könnten, ausgeschlossen sind. Oft ist dafür eine Magenspiegelung (Gastroskopie) notwendig. Nur mit dem dank „Dämmerspritze“ kaum noch belastenden Eingriff kann eine Magenschleimhaut-Entzündung (Gastritis), ein Zwölffingerdarmgeschwür (Ulkus) oder gar Magenkrebs ausgeschlossen werden.

Manche Menschen trauen sich aus Angst vor dieser Maßnahme nicht zum Arzt. Mediziner empfehlen aber dringend, eine Magenspiegelung vornehmen zu lassen, wenn mehr als vier Wochen Oberbauchbeschwerden vorliegen.
Eher eine geringe Rolle spielt das Helicobacter pylori. Ärzte nahmen lange Zeit an, dass der Reizmagen durch eine Infektion mit dem mittlerweile weltberühmten Bakterium ausgelöst wird. Viele Studien haben diesen Verdacht mittlerweile aber widerlegt. Nur bei den wenigsten scheint der Keim eine Rolle zu spielen.

Da beim Reizmagen-Syndrom das Zusammenspiel der Verdauungsorgane, also die Synchronisation von Leber / Galle, Magen und Darm aus dem Takt gelaufen ist, sollte auch genau dort die Therapie beginnen.
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Unser Ratgeber
für ein gutes Bauchgefühl:

Aufruhr im Bauch
Wenn Magen und Darm
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für Verdauungssensible

Wichtige Arzneipflanzen
für den sensiblen Magen

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